Multifrequenz ist keine XP-Erfindung: Ein Blick auf die Technologie-Geschichte
XP ist bei Weitem nicht der einzige Hersteller, der auf gleichzeitige Mehrfrequenz-Technologie setzt. Auch Minelab forscht bereits seit den frühen 1990er-Jahren in diese Richtung – mit einer eigenen, parallel entwickelten Technologie-Linie.
Von BBS über FBS zu Multi-IQ: Minelabs Weg zur Multifrequenz
Bereits 1990 stellte Minelab mit dem Sovereign-Detektor die sogenannte BBS-Technologie (Broad Band Spectrum) vor – einen frühen Multifrequenz-Ansatz. Daraus entwickelte sich später FBS, eingesetzt in der Explorer-Serie, und schließlich FBS 2, die bis heute im CTX 3030 zum Einsatz kommt.
Der entscheidende Sprung kam 2017 mit der EQUINOX-Serie: Minelab stellte mit Multi-IQ eine komplett neu entwickelte Technologie vor. Multi-IQ sendet, empfängt und verarbeitet dabei mehrere Frequenzen tatsächlich gleichzeitig (echte Simultan-Multifrequenz), erreicht eine deutlich höhere Zielgenauigkeit in der Tiefe als klassische Einzelfrequenz-Geräte und arbeitet mit spürbar schnellerer Reaktionszeit als die älteren FBS-Systeme. Diese Technologie bildet bis heute die Basis für aktuelle Minelab-Modelle wie die EQUINOX-Serie und wurde in Geräten wie dem Minelab Manticore konsequent weiterentwickelt.
Multi-IQ+ ist keine komplett neue Frequenz-Technologie, sondern nutzt dieselben Frequenzbänder wie bei Multi-IQ, die jedoch mit deutlich leistungsfähigerer Signalverarbeitung ausgewertet werden. In der Praxis zeigt sich dieser Unterschied vor allem in der Tiefe: Während eine Einzelfrequenz mit zunehmender Tiefe zunehmend ungenaue oder mehrdeutige Ziel-IDs liefert, bleibt die Ziel-ID bei Multi-IQ+ auch bei tiefer liegenden Objekten weitgehend stabil und zuverlässig erkennbar.
FMF® (XP) und Multi-IQ (Minelab): Gleiches Grundprinzip, eigene Umsetzung
Beide Hersteller verfolgen im Kern dieselbe Idee: mehrere Frequenzen gleichzeitig nutzen, um sowohl kleine als auch große, sowohl niedrig- als auch hochleitfähige Objekte zuverlässiger zu erkennen als mit einer einzigen festen Frequenz. Doch was bedeutet das eigentlich für dich beim Sondeln?
Findet ein Multifrequenz-Metalldetektor wirklich tiefer als eine Einzelfrequenz-Maschine?
Ganz so einfach lässt sich das nicht beantworten. Denn die Stärke von Multifrequenz liegt nicht nur in der möglichen Suchtiefe. Viel wichtiger ist, dass der Detektor unterschiedliche Ziele unter verschiedensten Bodenbedingungen zuverlässiger erkennt. Ob kleine Münzen, feiner Schmuck oder schwierige Böden – die Mehrfrequenz-Technologie liefert oft stabilere Signale und mehr verwertbare Informationen. Genau deshalb haben sich Multifrequenz-Metalldetektoren wie der XP DEUS 2 und der Minelab Equinox bei vielen Sondengängern als erste Wahl etabliert. Denn letztendlich zählt nicht nur, wie tief ein Detektor suchen kann, sondern vor allem, was er tatsächlich erkennt.
1. Kleine Münzen und schwach leitende Objekte besser finden
Kleinstteile, dünne Silbermünzen oder feine Goldobjekte liefern oft nur schwache Signale. Besonders in mineralisierten Böden geraten viele Einzelfrequenz-Detektoren an ihre Grenzen. Niedrige Frequenzen wie 4 oder 7 kHz übersehen solche Objekte häufig bereits in geringer Tiefe. Die Multifrequenz-Technologie kombiniert verschiedene Frequenzbereiche gleichzeitig. Dadurch erkennen Multifrequenz Detektoren kleine und schwach leitende Objekte deutlich zuverlässiger – selbst dann, wenn die Bodenbedingungen schwierig sind.
Dein Vorteil: Du erhöhst die Chance, dünne Silbermünzen, feinen Schmuck oder andere Kleinstteile nicht zu überlaufen.

2. Große Metallmassen und Münzhorte sicherer erkennen
Umgekehrt können niedrige Frequenzen große Massen oder Münzhorte erkennen, die eine hohe Frequenz (z.B. 20 bis 80 kHz) schlecht oder gar nicht erkennen würde. In manchen Fällen werden solche Ziele diskriminiert oder je nach Ausrichtung als Eisen interpretiert. Ein Multifrequenz-Metalldetektor verarbeitet gleichzeitig hohe und niedrige Frequenzen. Dadurch können sowohl kleine Einzelobjekte als auch größere Metallansammlungen zuverlässig erkannt werden.
Dein Vorteil: Egal ob einzelne Münze oder größerer Hortfund – die Wahrscheinlichkeit steigt, dass du das Signal richtig bewertest.

3. Mehr Stabilität in mineralisierten Böden und am Strand
Der Boden entscheidet oft über Erfolg oder Misserfolg beim Sondeln. Elektrisch leitfähige Böden wie Salzwasser-Strände oder mineralisierte Äcker können Metalldetektoren mit Einzelfrequenz aus dem Takt bringen. Die Folge sind Fehlsignale, unruhige Töne und ungenaue Leitwerte. Mit Multifrequenz detektierst du in solchen Umgebungen tiefe Funde mit viel größerer Stabilität.
Ebenso kann ein Einzelfrequenz-Detektor in feuchten Böden Halos anzeigen (Leitfähigkeitsschwankung des feuchten Bodens). Die Multifrequenz entfernt beim XP Deus 2 z.B. in den Modi GENERAL und RELIC diese Halos durch Subtraktion der Bodenfeuchte.
Dein Vorteil: Mehr Laufruhe und eine bessere Erkennung echter Ziele in mineralisierten Böden.

4. Stabile Leitwerte und klare Töne in der Tiefe
Ein gutes Signal zu hören ist die eine Sache. Es richtig zu beurteilen eine andere. Mit zunehmender Tiefe werden Leitwerte bei vielen Metalldetektoren ungenauer. Auch die Töne beginnen häufig zu schwanken, was die Entscheidung erschwert, ob sich das Graben lohnt. Die Multifrequenz-Technologie liefert selbst bei schwachen Signalen oft stabilere Leitwerte. Dadurch kannst du ein Ziel besser einschätzen, bevor du den Spaten ansetzt.
Dein Vorteil: Weniger Schrott und mehr Zeit für wirklich interessante Funde.
5. Kronkorken ausblenden
Ein großer Vorteil der Multifrequenz-Technologie ist die bessere Materialerkennung. Dadurch können XP und Minelab Detektoren unerwünschte Ziele wie eisenhaltige Kronkorken zuverlässiger identifizieren und ausblenden (Kronkorkenfilter). Außerdem können leitfähige Steine (Koks, Kohle usw.) oder Bodenvariationen wie nasser Lehmboden, der oft Störungen und Halos erzeugt, präzise per Notch ausgefiltert werden (Notch-Werte 23–25).
Dein Vorteil: Weniger Kronkorken auf hochfrequentierten Flächen graben.

Fazit: Multifrequenz sorgt nicht nur für mehr Tiefe, sondern vor allem für mehr Informationen
Die Frage „Findet der XP DEUS 2 tiefer?" lässt sich nicht pauschal beantworten. Viel wichtiger ist jedoch, dass moderne Multifrequenz-Technologien wie XPs FMF® oder Minelabs Multi-IQ deutlich mehr Informationen über Objekt und Boden liefern als ein klassischer Einzelfrequenz-Metalldetektor. Dadurch werden kleine Objekte besser erkannt, große Metallmassen zuverlässiger bewertet und schwierige Böden effektiver ausgeglichen – unabhängig davon, für welchen Hersteller du dich am Ende entscheidest.
Für dich bedeutet das: ✔ stabilere Signale ✔ bessere Entscheidungen und letztendlich eine ✔ höhere Chance auf interessante Funde beim Sondeln.
















