Der Unterschied – und warum du die Diskriminierung nie zu hoch stellen solltest
Diskriminierung (Disk) und Notch gehören zu den mächtigsten Werkzeugen an deinem Metalldetektor – und gleichzeitig zu den am häufigsten falsch genutzten. Wer den Disk zu hoch aufdreht oder den Eisenton komplett stummschaltet, verliert damit oft mehr gute Funde, als er lästigen Schrott spart. Was beide Funktionen wirklich tun, wo der Unterschied liegt und wie du sie sinnvoll einsetzt, erklären wir dir hier.
Was Diskriminierung (Disk) wirklich macht
Die Diskriminierung legt eine Schwelle im Leitwertbereich fest, unterhalb derer alle Signale automatisch als "Eisen" behandelt werden und einen speziellen, tiefen Ton bekommen. Steht der Disk zum Beispiel auf 8, bekommen alle Objekte mit einem Leitwert zwischen 0 und 8 den Eisenton – unabhängig davon, was tatsächlich im Boden liegt. Stellst du den Disk auf 0, hörst du praktisch jedes Signal in dem eingestellten, guten Ton, auch Eisen.
Wichtig dabei: Der Disk-Regler arbeitet immer als durchgehender Bereich von 0 aufwärts. Erhöhst du ihn, verschiebst du die Grenze weiter nach oben und blendest damit automatisch auch höhere Leitwertbereiche aus – zum Beispiel Alufolie, die je nach Größe und Form auch im Bereich bis 50 liegen kann.
Das Problem: Beim Disk verschwindet mehr, als du denkst
Wird der Disk zu weit aufgerissen, verschwinden nicht nur die störenden Objekte, sondern automatisch auch alles, was zufällig im selben Leitwertbereich liegt. Eine Silberkette (Leitwert um 51), eine Musketenkugel (um 75) oder ein kleiner Goldanhänger (um 63) fallen bei einem zu hoch eingestellten Disk ebenfalls unter den Tisch – einfach weil sie im gleichen Zahlenbereich liegen wie das, was eigentlich ausgeblendet werden sollte.
Noch problematischer wird es, wenn du den Eisenton komplett stummschaltest: Liegen ein Eisenteil und eine Münze sehr nah beieinander, registriert der Detektor je nach einstellter Reaktionszeit zwar beide Signale, vermischt sie aber zu einem unruhigen, knackenden Mischton. Ist der Eisenton dabei komplett ausgeschaltet, hörst du in diesem Fall gar nichts oder nur ein unklares Knacken, statt gewarnt zu werden, dass dort möglicherweise etwas Interessantes neben dem Eisen liegt.
Die Faustregel: Disk niedrig halten, Eisenton nur leiser statt aus
Die praktikable Empfehlung lautet: Disk auf maximal etwa 6 bis 10 setzen – mehr bringt in der Praxis mehr Nachteile als Vorteile. Wer den Eisenton als nervig empfindet, sollte ihn nicht komplett ausschalten, sondern nur in der Lautstärke reduzieren (zum Beispiel auf Stufe 2 oder 3). So bleibt er hörbar genug, um dich bei möglichen Mischsignalen zu warnen, ohne ständig im Vordergrund zu stören.
Was der Notch kann, was der Disk nicht kann
Während der Disk immer einen durchgehenden Bereich ab 0 abschneidet, erlaubt dir der Notch (oft im Expertenmenü versteckt) deutlich chirurgischere Eingriffe: Du kannst gezielt einen oder mehrere einzelne Leitwertbereiche ausblenden, ohne den gesamten unteren Bereich zu opfern.
Multi-Notch-fähige Geräte erlauben sogar mehrere solcher Ausblendbereiche gleichzeitig. Willst du zum Beispiel gezielt kleine Aluminium-Fragmente in einem bestimmten Leitwertbereich loswerden, aber trotzdem weiterhin Eisen- und Goldton hören, ist der Notch dafür das richtige Werkzeug – der Disk könnte das nicht, ohne gleichzeitig auch alles unterhalb mit auszublenden.
Der unterschätzte Vorteil: Notch auch "umgekehrt" nutzen
Ein besonders praktischer Anwendungsfall: Suchst du gezielt nach einem bestimmten Objekt, dessen ungefähren Leitwert du aufgrund des Gegenstücks kennst – etwa einem verlorenen Ehering oder einem Ohrstecker, kannst du den Notch auch andersherum einsetzen. Statt einen Bereich auszublenden, lässt du gezielt nur einen schmalen Bereich um den erwarteten Leitwert offen und blendest alles links und rechts davon aus. So durchsuchst du eine Fläche deutlich schneller und gezielter nach genau diesem einen Objekttyp.
Wichtig zu verstehen: Auch Notch blendet Leitwerte aus, keine Materialien
Wie schon beim Leitwert selbst gilt auch hier: Sowohl Disk als auch Notch arbeiten ausschließlich mit Leitwertbereichen, nicht mit tatsächlicher Materialerkennung. Blendest du einen bestimmten Bereich aus, weil dort meistens Alufolie liegt, verlierst du automatisch auch alle anderen Objekte, die zufällig in denselben Bereich fallen – etwa Goldschmuck.
Fazit
Disk und Notch lösen unterschiedliche Probleme: Der Disk schneidet einen durchgehenden Bereich von unten ab und eignet sich für die grundsätzliche Eisenausblendung – sollte dabei aber nicht zu hoch gestellt werden.
Der Notch erlaubt präzise, punktuelle Ausblendungen einzelner Leitwertbereiche und eignet sich besonders für bekannte Störquellen oder gezielte Objektsuchen. In beiden Fällen gilt: Je aggressiver du diskriminierst, desto mehr gute Funde verlierst du unbemerkt zusammen mit dem Schrott – Zurückhaltung zahlt sich hier langfristig aus.
Häufig gestellte Fragen
Der Disk blendet einen durchgehenden Leitwertbereich von 0 aufwärts aus (klassischerweise zur groben Eisenausblendung), während der Notch gezielt einzelne, punktuelle Leitwertbereiche innerhalb der Skala ausblenden kann, ohne den restlichen unteren Bereich zu betreffen.
Nein. Ein komplett stummgeschalteter Eisenton führt dazu, dass du bei eng beieinander liegenden Objekten (Eisen plus gutem Fund) durch den sogenannten Masking-Effekt gar keine Warnung mehr bekommst. Besser: Lautstärke reduzieren statt komplett ausschalten.
Als Richtwert gilt: nicht höher als etwa 6 bis 10. Höhere Werte blenden zunehmend auch Buntmetall-Funde aus, die zufällig im gleichen Leitwertbereich wie die eigentlich unerwünschten Objekte liegen.
