So findest du dein Ziel exakt mit der Spule

"Wie findest du deine Funde eigentlich so schnell?" ist eine der Fragen, die ich am häufigsten von Einsteigern gestellt bekomme. Die Antwort hat oft weniger mit dem Gerät zu tun als mit ➜ Schwenktechnik: Wer weiß, wie er die Suchspule gezielt einsetzt, findet Objekte oft schon beim ersten Spatenstich. Wir zeigen dir drei Methoden, mit denen du dein Ziel unter der Spule exakt eingrenzt.

Wie so oft beim Sondeln gilt aber auch hier: Übung macht den Meister – nach ein paar Runden wird dir das Eingrenzen der Funde zunehmend in Fleisch und Blut übergehen.

"Schau beim Schwenken bewusst auf den Boden und markiere dir gedanklich genau den Punkt, an dem der Ton kommt."
Stefan Wildhagen
Metalldetektor-Experte

Die Grundlage: Audiovisuelle Koordination

Bevor es an die eigentlichen Techniken geht, lohnt sich ein kurzes Training: Schwenke die Spule über ein Objekt und beobachte dabei genau den Boden. In dem Moment, in dem der Ton kommt, merkst du dir gedanklich einen Punkt auf dem Boden. Wiederholst du das mehrmals und etwas schneller, wird dieser Punkt zunehmend klarer – du bekommst ein immer besseres Gefühl dafür, wo unter der Spule das Objekt ungefähr liegen könnte.

Methode 1: Der Pinpoint-Modus

Fast jeder Metalldetektor besitzt einen eigenen Pinpoint-Knopf. Er verändert das Verhalten deines Geräts grundlegend: Statt wie bei der normalen Suche nur beim Schwenken über ein Objekt zu reagieren, arbeitet der Detektor im Pinpoint-Modus ohne Bewegung – du kannst die Spule ruhig über einer Stelle halten, und er zeigt dir trotzdem an, ob dort ein Objekt liegt.

Wichtig bei dieser Methode: Gehe immer erst etwa 5 bis 10 cm neben deinen vermuteten Punkt, bevor du den Pinpoint-Modus aktivierst, und nähere dich dann erst. Hältst du direkt über dem Objekt, kann das Signal ausgeblendet oder so vermischt werden, dass eine genaue Ortung nicht mehr möglich ist. Dort, wo der Ton am kräftigsten beziehungsweise der Signalbalken am höchsten ist, liegt dein Objekt.

Ein weiterer Vorteil: Der Pinpoint-Modus ist meist der tiefste Modus deines Detektors, da er als reiner Allmetall-Modus alle Vorfilter deaktiviert. Das macht ihn ideal, um leise oder unsichere Signale gegenzuprüfen – kommt im Pinpoint-Modus ein Signal, liegt garantiert etwas dort, auch wenn du erst beim Ausgraben erfährst, was genau.

Praktisch ist der Pinpoint-Modus zudem, um die Größe eines Objekts einzuschätzen oder Leitungen zu verfolgen, da er sich – anders als beim normalen Schwenken – auch ohne Bewegung über ein längliches Objekt halten und der Tonverlauf dabei beobachten lässt.

Methode 2: "Wigglen"

Trotz der Vorteile des Pinpoint-Modus wird in der Praxis häufig eine andere, meist schnellere Methode bevorzugt: das sogenannte Wiggeln. Dabei bleibt der Detektor im normalen Suchmodus – du bewegst die Spule einfach sehr schnell und in kurzen Bewegungen hin und her über den vermuteten Bereich.

Da das Objekt in der Regel auf der Mittellinie der Spule liegt (bei den meisten Doppel-D-Spulen mittig oder leicht nach vorne versetzt vor dem Gestänge), kannst du durch dieses schnelle Hin-und-her-Schwenken gut hören, wann der Ton sauber und klar bleibt und wann er abreißt. Schiebst du die Spule bewusst über das Objekt hinaus und der Ton bricht ab, weißt du: Das Objekt liegt vor der Spule, nicht dahinter (oder umgekehrt, je nachdem, in welche Richtung du die Spule bewegst). So grenzt du den Bereich deutlich schneller ein als mit reinem Pinpoint-Modus – besonders gut funktioniert das mit elliptischen Spulen.

Methode 3: Der Kreuzschwenk

Die dritte und laut vielen erfahrenen Sondengängern wichtigste Methode ist der Kreuzschwenk. Dabei bewegst du dich rund um das vermutete Objekt herum und überfährst es aus mehreren Richtungen – so entsteht durch die jeweiligen Mittellinien der Schwenks ein gedachtes Kreuz, in dessen Zentrum das Objekt liegt.

Der Kreuzschwenk liefert dir aber mehr als nur die exakte Position: Er verrät dir auch, wie sich das Objekt tatsächlich verhält. Objekte liegen im Boden nicht immer flach zur Spule – eine hochkant stehende Münze kann beispielsweise aus einer Richtung ein klares, sauberes Doppelsignal liefern, aus einer anderen Richtung aber kaum oder gar nicht hörbar sein. Klingt ein Signal unsauber, unklar oder unstimmig, lohnt es sich, das Objekt aus einer anderen Richtung anzugehen, statt das Signal vorschnell als uninteressant abzuhaken.

Fazit

Alle drei Methoden – Pinpoint-Modus, Wiggeln und Kreuzschwenk – ergänzen sich, statt sich gegenseitig zu ersetzen. Der Pinpoint-Modus punktet mit Tiefe und Objektverfolgung, das Wiggeln mit Geschwindigkeit und der Kreuzschwenk liefert zusätzlich wertvolle Informationen über die Lage und das Verhalten des Objekts – gerade bei unklaren oder schwachen Signalen. Wer den Kreuzschwenk zur festen Gewohnheit macht, verpasst deutlich weniger Signale, die aus einer einzigen Richtung schlecht klingen.

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